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Coaching-Expertin

syl fragt:

„Wann hast Du das letzte Mal in den Tag geträumt?“

Meine neue Strategie kam leider noch nicht zur Anwendung, denn als ich mich am nächsten Tag kurz vor 8 auf die gegenüberliegende Seite unseres Hauseingangs gestellt und gewartet habe, kommt zwar wirklich ein blauer Anorak des Weges, aber er rennt vorbei und läutet diesmal nicht. Ich ziehe mich etwas enttäuscht wieder zurück in meine Stube.

Und in der nächsten Zeit rührt sich auch nichts mehr. Hat „mein Glöckner“ die Motivation verloren, hat er resigniert oder gar Angst bekommen? Scheut er die Konfrontation, hat er besseres zu tun, keine Zeit mehr oder einfach keine Lust? Oder liegt es an den Ferien?

Ich versuche mich selbst zurück zu erinnern, wann in meiner Schulzeit Nervenkitzel angesagt war. Das fällt mir ungeheuer schwer. Ich habe nämlich nie an fremden Türen geläutet eher gelauscht.

Selbst als die Schule wieder losgeht, läutet niemand mehr. Ich habe mir schon eine nette Freundschaft zwischen mir und dem Schulbub ausgemalt. Wie wir ins Gespräch kommen und er zu erzählen beginnt: von der Schule, von seiner Lehrerin, in die er unsterblich verliebt ist, von seinem besten Freund, der mit ihm an den fremden Türen geläutet hat, von zuhause, von seiner Katze oder seinem Meerschweinchen.

Ich stelle mir vor wie aus seinem Anorak der Geruch nach gespitzten Bleistiften und Schulranzenkrümel ausgeht. Wie es eine richtig gute Freundschaft wird und er einmal in der Woche dann sogar in meiner Küche sitzt und heißen Kakao schlürft.

Ist es die Vorhersehbarkeit, die den Glöckner nicht mehr läuten lässt? Spürt er, dass ich auf ihn warte? Verliert dieses Warten an Reiz? Hält ein Nervenkitzel nur der Unvorhersehbarkeit stand? Hat der Bub die Hoffnung auf „nicht erwischt“ zu werden aufgegeben?

Oder kommt es doch immer anders, als man denkt….? (Fortsetzung folgt).

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